*
topzeile


Ulrich Franz Nettig - Existenzanalyse Lüneburg

Menu
Willkommen Willkommen
Inhaltlicher Überblick Inhaltlicher Überblick
Lebenslauf Lebenslauf
Aktuelles Aktuelles
Selbsttherapie Selbsttherapie
Trost Trost
Wortgeschenke Wortgeschenke
Empfehlungen Empfehlungen
Adresse Anfahrt Adresse Anfahrt
Kontaktformular Kontaktformular
Impressum Impressum
Datenschutz Datenschutz

Eigentlich kann man schriftlich kaum trösten. Trost bedarf eigentlich der Berührung, des sich nahe seins, oder nahe kommens. Denn wer Trost benötigt fühlt sich immer allein, oder hat starke Schmerzen.

Ich will hier dennoch einen Versuch machen tröstende Worte zu finden. Wir Menschen wissen nicht was Morgen geschieht. Wir wissen nicht wie das Wetter wird und wie unsere Stimmung ist, wenn wir morgens die Augen aufmachen. Jeder/e hat Erfahrungen. Und diese Erfahrungen können schrecklich sein: Schmerzen, Missbrauch, Einsamkeit, Sinnlosigkeitsgefühle, Todesangst, Angst vor dem verrückt werden, unbestimmte Ängste, Angst zu ersticken, Angst das Leben nicht zu bewältigen, zu versagen, eine Sucht nicht los zu werden.

Genau diese Probleme haben Millionen Menschen auf der Welt. Viele verzweifeln daran, viele wollen nicht mehr und viele machen Schluss, töten sich selbst. Ich nenne es nicht Selbstmord, da die Kraft sich nicht gegen andere richtete, sondern gegen das eigene Leben. Vielleicht ist die Wut oder die Kraft zwar da jemand anderen zu ermorden, aber die Moral, die Kultur verhindert den Mord des Anderen. Vielleicht ist es wichtig sich seiner "Mordswut" einmal bewußt zu werden.

Mit der Mordswut ist meist große Angst aber auch große Kraft verbunden. Die Betroffenenen spüren diese Gefühle oft gar nicht oder zu wenig, um etwas damit anzufangen. Aber das wäre möglich. Das soll der erste kleine Trost sein: Es ist möglich die eigenen Gefühle nochmals neu und unbewertet im Leib, in der Brust zu spüren und sich in der Fantasie vorzustellen, was man damit anstellen könnte.

Versuch dir mal so bewußt wie möglich zu machen, was zu deiner Verzweiflung führte. Sind es nicht immer die Gedanken? Und sind es nicht die Gedanken, die du dir selbst freiwillig machst? Kannst du keinen Einfluss auf deine Gedanken nehmen? Auch nicht den geringsten Einfluss? Musst du immer das Denken, was es in dir denkt? Musst du denken: "Ich habe keine Hoffnung mehr?" Ich glaube es nicht. Ich glaube jeder Mensch kann prizipiell denken was er will. Aber wir haben gelernt so zu denken wie wir denken. Wir können auch andere Gedanken lernen. Z.B.: "Ich will nochmals hoffen!"

Es ist nämlich eine Entscheiung ob man hoffen will oder nicht. Man kann die Gefühle nicht verändern im Moment. Aber man kann sich entscheiden zu hoffen. Das wäre mein zweiter Trost. Du sagst vielleicht das kannst du nicht glauben. Dann überleg doch bitte noch mal was du unter "glauben" verstehst. Ist das Wort glauben nicht genau das gleiche wie das Wort "entscheiden". Wenn du etwas glaubst hast du dich für dich selbst, ganz allein dafür entschieden etwas als richtig anzusehen.

Also entscheidest du, was du glaubst, was du als richtig ansiehst. Wenn du also nicht hoffen willst, dann hast du dich dafür entschieden, du glaubst es. Aber wir Menschen können uns umentscheiden. Das ist die größte Fähigkeit, die wir überhaupt besitzen: Wir können neu entscheiden, neu glauben, neu denken und damit eben auch neu hoffen.

Ich hatte viele Jahre keine Hoffnung, also weiß ich wovon ich spreche. Als ich mich in Gedanken irgendwann mal wieder klein machte, unter dem Motto: "Ich tauge nichts, ich kann nichts, ich bin ein Schwein, zu nichts nutze, ich bin nichts wert, es bringt doch alles nichts, alle Therapien helfen nichts, alle Therapeuten sind Idioten, der Rest der Menschheit auch!", da wurde mir plötzlich klar, dass ich das denke, dass ich mich in Gedanken fertig mache und dass ich das verändern kann. Z.B. konnte ich mich absichtlich noch mehr in den Dreck ziehen. Aber absichtlich und da war der Bann gebrochen. Ich merkte ich entscheide was ich denke. Das ging nicht immer und nicht sofort, aber es ging immer besser und ich überlegte mir was ich alles denken wollte. Einen Teil davon findest du unter Affirmationen in dem Kapitel Selbsttherapie.

Das war der Anfang einer sehr schönen Veränderung, die immer noch weiter geht. Nachdem ich lange geübt hatte "positiv" zu denken (vielleicht kennst du ja die Literatur über positives Denken - sonst besorg dir was davon) ging es weiter damit, die Gefühle zu verändern. Als erstes stellte ich fest, dass ich mich nur allgemein ganz schlecht fühlte, aber ich hätte es gar nicht unterscheiden können, ist das jetzt ein Gefühl im Herzen, in der Brust, im Hals, im Bauch, sind es mehr die Gliedmaßen oder der Kopf?

Also musste ich erstmal darauf achten was ich überhaupt fühle, wie sich Wut, Trauer, Verzweiflung, Depression überhaupt anfühlt. Dabei wurde mir vieles erst bewußt und erst spürbar, was ich vorher alles nur gedacht hatte. Ich spürte die Hitze der Wut im Bauch und bemerkte welche Kraft damit verbunden ist. Ich spürte Schwere, Enge und Stiche im Herzen und bemerkte, dass dies ein viel tieferes Zeichen von Trauer ist als wenn ich weinte und dass ich beim Weinen oft innerlich gar nichts besonderes spürte. Ich spürte wie mir im Beisein bestimmter Mensch das Herz warm wurde, oder wenn ich mich etwas getraut hatte. Ich spürte mein Herzklopfen, wenn ich aufgeregt war, aber auch wenn mir etwas interessantes einfiel, was ich in einer Gruppe sagen konnte.

Durch das Bemerken und Achten und Beachten meiner Gefühle wurde mein Leben immer reicher. Ich denke wesentlich weniger als früher und schon gar nichts abwertendes mehr, mir gegenüber und auch anderen gegenüber. Das kann glaube ich jeder erreichen, denn ich bin kein Kämpfer, ich habe ein gewisses Phlegma und bin nicht besonders fleissig. Und ich esse immer noch oft mehr als mir bekommt und akzeptiere das einigermaßen inzwischen.

Der erste Schritt um Gefühle zu verändern ist sie zu erkennen. Wie sie zu verändern sind, lies doch unter Selbsttherapie. Manchmal tröstet es, wenn man wieder Hoffnung fassen kann. Ich hoffe, dass du es dir so vorstellen kannst. Wenn man sich für Hoffnung entschieden hat, geht es weiter. Kann man lieben? Wir lernen üblicherweise lieben voneinander, von den Eltern, von Freunden. Wenn man aber den Eindruck hat, es gibt niemanden, der Interesse an einem hat, dann fühlt man sich auch nicht geliebt, man bekommt kein warmes Gefühl.

Jetzt stellt sich die Frage, kann man selbst lieben? Und was bedeutet das überhaupt. Es beginnt wieder mit dem Denken. Habe ich an Jemandem oder an Etwas wirkliches Interesse? Interesse ist nämlich der Anfang der Liebe. Wenn mich etwas begeistert, wenn ich an Etwas oder an Jemandem großes Interesse habe, dann will ich es näher kennen lernen, genauer kennen lernen. Und wenn ich das tue, dann verbinde ich mich stärker mit dem Gegenstand, dem Objekt, ja vielleicht auch dem Objekt meiner Begierde.

Solange es "nur" Objekt der Begierde ist, hat es etwas Zwanghaftes, etwas Süchtiges und ist keine Liebe. Liebe geht immer mit Freiheit einher. Ich kann mich noch so sehr begeistern, noch so interessiert sein, noch so gerne verstehen wollen, ich darf den anderen Menschen nicht einschränken, nicht besitzen wollen, das zerstört die Liebe. Wenn du also dich dafür entscheidest, glaubst, dass man mit Liebe besser lebt als ohne, dann interessier dich für Etwas, such solange bis dich etwas interessiert, bis dich etwas begeistert. Du wirst es finden. Ich glaube es, um nicht zu sagen: "Ich weiß es!".

 

 

 

webmaster
© Worldsoft-CMS • Webmaster: WebSiteService-Nord - 24105 Kiel • eMail: info@websiteservice-nord.de - Internet: www.websiteservice-nord.de
optimiert für Bildschirmauflösung 1024 x 768 Pixel - True Color • Qualitätszertifikat WIN-1-11-5132
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail